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„Ein Schluck Geschichte #1“

In meinen folgenden Blogs möchte ich in die Cocktail History eintauchen und ein paar meiner Lieblingsdrinks mit Euch unter die Lupe nehmen. Aus gegebenem Anlass möchte ich gerne mit einem meiner Lieblinge anfangen, dem SAZERAC.
 

Sazerac:

Der Sazerac gehört zur ursprünglichsten Form des Cocktails und ist der „Onkel“ des Old Fashioned, da beide Drinks aus Spirituose, Zucker, (Wasser) und Bitter bestehen und sich somit die gleiche DNA teilen. Der Sazerac und New Orleans sind hier in einem Atemzug zu nennen, da der Drink das erste Mal im Jahre 1838 in der besagten Stadt serviert wurde. Es gibt kaum einen vergleichbaren Drink der sich so schnell in die Shaker und Herzen der Bartender katapultierte. 1859 wurde im Sazerac Coffee House von John Schiller das erste Mal ein Sazerac auf der Basis des Sazerac Forge de Fils Cognac gemixt. Das erste gedruckte Sazerac-Rezept stammt von Thomas Handy (ehem. Buchhalter von John Schiller) aus dem Jahr 1908 und wurde in einer Beilage zum Buch The Worlds Drinks and How to Mix them veröffentlicht.
 

5 cl Cognac / Rye Whiskey:

Ursprünglich wurde der Sazerac mit Weinbrand (Cognac, Brandy) gerührt, doch durch eine kleine Laus fand diese Methode schnell ein Ende. Als durch eine Reblausplage (1865-1885) fast alle Weinanbaugebiete Europas zerstört wurden, ist von dem beliebten Weinbrand nur noch der Abgang am Gaumen übrig geblieben, dieser stillte natürlich nicht den Durst unserer Zeitgenossen. Im Jahre 1870 tauschte Thomas Handy im Sazerac House (ehem. Sazerac Coffee House) die rar gewordene Grundspirituose dann gegen Rye Whiskey aus, da dieser leicht und lokal zu produzieren war.
 

1 cl Absinth:

Das Gästeglas mit Absinth zu benetzen und damit den Geschmack etwas kantiger zu machen wurde schnell zum Markenzeichen des beliebten Drinks. Dabei ist es wichtig, dass der Absinth eine leichte Note über den Drink zieht und nicht wie eine Aniskeule mit Kraft zuschlägt. Dieser Style ist auch bei anderen Drinks sehr beliebt und wird nach seinem Ursprung Sazerac-Style genannt. Der Bartender Leon Lamothe aus dem Pina’s Restaurant in New Orleans, spülte als erster Barkeeper das Glas mit der grünen Fee aus und legte damit einen Meilenstein in der Bargeschichte. Geboren war einer der berühmtesten Drinks der Welt.
 

1 Zuckerwürfel:

Damals wurde klassisch ein Zuckerwürfel genommen, dieser wird aber heutzutage durch Zuckersirup oder andere süße Quellen in Orginals und Twists ersetzt.
 

2 dashes Peychaud’s Bitters:

Mein erster Gedanke bei diesem wundervollen Stoff dreht sich natürlich um den Erfinder, Antoine Amadée Peychaud, der wie viele andere Franzosen den Weg nach New Orleans auf sich nahm. Nur mit seinem geistigen Eigentum bestückt, begann der junge Apotheker in der neuen Heimat, eine auf einem Familienrezept basierende Medizin herzustellen. Diese Medizin wurde gegen Übelkeit, Schwindel und Unwohlsein verabreicht. Er eröffnete eine Apotheke, die bald für die Medizin bekannt wurde und nannte sein Produkt einfach nur „Bitter“. Bis zum heutigen Tage sind die Peychaud Bitters nicht mehr aus der Bar wegzudenken.
 

Zubereitung:

Alle Zutaten, bis auf den Absinth, werden gerührt. Für den originalen Sazerac benutzte man zu damaliger Zeit zwei gleiche Gläser. In dem einen wurde der Drink gerührt, um ihn dann in dem anderen Glas zu servieren. Das Gästeglas wird vorgekühlt und mit Absinth besprüht oder ausgewaschen, danach wird der Drink straight up ins Glas abgeseiht während eine Zitronenzeste den frischen Abschluss bildet.
 

Nerdypart:

„Nach einer Legende ist das Wort Cocktail angeblich aus dem Wort Coquetiers (franz. Eierbecher)  entstanden. Da die Amerikaner sich mit der Aussprache des französischen Wortes so schwer taten, wurde aus Coquetiers schnell Cocktail. Der Eierbecher wurde damals zum Abmessen der Zutaten genommen und diente manchmal auch als Gästeglas“  Vielen Dank für eure Aufmerksamkeit und bis bald,

Max Sabato   

 

 

#makeryegreatagain