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„Ein Schluck Geschichte #2“

In meinem letzten Blog habe ich über den Sazerac geschrieben. Ich möchte die Cocktail Geschichte gerne mit einem weiteren Klassiker, dem MANHATTAN, weiter führen. Ich hoffe, ich kann ein paar interessante Fakten beisteuern, um euren Wissendurst zu stillen.
 

Manhattan:

Schauen wir uns erst einmal Manhattan an, um etwas über die Geschichte dieses amerikanischen Bezirks zu erfahren. Der erste Europäer der Manhattan 1542 sichtete, hieß Giovanni da Verrazano. Die ersten Bewohner waren die Algonkin-Indianer. Sie gaben dem Land den Namen „Manna-hata“, was frei übersetzt hügeliges Land oder der Ort der Vergiftung bedeutet. Den Indianern wurde dann das Land im 17. Jahrhundert von Peter Minuit für Waren im Wert von 60 niederländischen Gulden (ca. 30€) abgekauft. Dass dieser Deal wohl nicht ganz nüchtern geschehen ist, möchte ich mal außer Acht lassen. Im Jahre 1624 wurde Manhattan dann von Niederländern besiedelt, die das heutige New York gründeten. So, nun aber genug von der Geschichte, kommen wir zu dem Mythos des Manhattan Cocktails.

Der Manhattan Cocktail war eine Kehrtwende in der Cocktailgeschichte. Nachdem die Drinks bislang hauptsächlich aus Bitter, Zucker, Spirituose und Wasser bestanden (Old Fashioned), begann sich nun endlich etwas zu Ändern. Im 19. Jahrhundert wurde die Barwelt um eine Zutat reicher. Der Wermut aus Italien bahnte sich seinen mit Erfolg gepflasterten Weg Richtung Amerika. Der Wermut war eine neue Farbe in der Farbpalette der Mixer und eröffnete neue Horizonte. Es ließ nicht lange auf sich warten, bis auch andere Klassiker das Licht der Welt erblickten.

Da es so viele verschiedene Geschichten gibt und ich nicht möchte, dass ich eure Aufmerksamkeit verliere, werde ich die Storys nur kurz anreißen.

John Welby Henderson

1908 wurde die Geschichte eines Drinks namens “Royal Jack” in der Baltimore Sun gedruckt. Der Bericht beschreibt, dass der Drink von dem Barkeeper John Welby für den Sieger eines Pistolenduells (John Hopkins) gemixt wurde. Die New Yorker wollten den Drink aber für sich beanspruchen und haben Ihn kurzer Hand Manhattan getauft. Da aber in keiner Geschichte die beiden Duellanten zu finden waren, wurde diese als Märchen deklariert. Auch der Autor des Artikels war bekannt dafür, solche Gerüchte in die Welt zu setzen.
 

Joe Walker

Ein weiterer Zeitungsartikel besagt, dass ein sogenannter Joe Walker aus New Orleans bei einer Tour nur zwei Flaschen in einer Eisbox mit sich führte, Wermut und Rye Whiskey. Er schüttete die beiden Zutaten zusammen, was anderes blieb Ihm ja auch nicht wirklich übrig. Mit dem Geschmackserlebnis dieser Kombination kehrte er zurück nach New Orleans und finalisierte dort seinen Drink, den heutigen Manhattan.
 

Manhattan Club

Eine der bekanntesten Geschichten beginnt im Manhattan Club, der 1865 im Restaurant Delmonico´s gegründet wurde. Es tauchten immer mehr Indizien auf, dass in diesem Club Manhattan Cocktails getrunken wurden. Drinks namens Manhattan Cocktail, Turf Club Cocktail und Jockey Club Cocktail wurden bestellt und kamen immer mehr in Mode. Die Bartender waren wohl zunächst recht verwirrt, denn sie waren noch nicht so richtig vertraut mit den Drinks aus Wermut, Bitter und Whiskey.
Man kann jedenfalls davon ausgehen, dass im Manhattan Club tatsächlich Manhattan Cocktails getrunken wurden, denn 1893 wurde im „New York Herald“ darüber berichtet. Die Geschichte taucht zwischen 1893 und 1915 immer wieder auf und lässt sie dadurch sehr authentisch wirken. Allerdings ist auch die Rede davon, dass in anderen Städten auch Manhattans getrunken wurden. Wir sind uns aber alle einig, dass dieser Drink nach der New Yorker Insel Manhattan benannt wurde. Last but not least gibt es noch die Geschichte von George Black. Er war der Besitzer des Manhattan Inns und es lag ja mehr oder weniger auf der Hand, seinen Signature Drink nach seinem Hotel zu benennen.  

Manhattan Varianten
Ich habe in einigen Artikeln folgende Varianten gefunden:

sweet = mit Zucker(sirup)
dry = ohne Zucker(sirup) und mit italienischem (süßem) Wermut
extra dry = ohne Zucker(sirup) und mit französischem (trockenem) Wermut
plain = ohne Aromageber
fancy = mit Aromageber (z.B. Curaçao, Maraschino oder Absinth)
Extra Dry Plain Manhattan Cocktail: Französischer Wermut + Whiskey + Bitters (+ mitgerührte Zitronenzeste) (+ Garnierung: Zitronenzeste, Olive)

Das sind nur ein paar Beispiele und ich könnte noch Lange so weiter machen, halten wir fest, der klassische Manhattan besteht aus:

•5 cl Rye Whiskey
•2 cl Red Vermouth
•1 dash Angostura Bitters

Das Ganze im Rührglas kalt rühren und in eine vorgekühlte Cocktailschale abseihen, mit einer Cocktailkirsche garnieren

Cheers und bis bald!