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„Ein Tropfen Wermut ist besser als ein Wermutstropfen.“

Teil 1


Hallo liebe Leser und Leserinnen,


das Jahr neigt sich dem Ende und die Temperaturen gehen in Richtung Null. Es ist die Zeit im Jahr, wo das Trinken noch mehr Spaß macht und etwas Licht ins Dunkle bringt. Ich bin gerade mit dem Auto auf Bar Tour in Berlin, JA mit dem AUTO!!! Bei der Größe unserer Mutterstadt würde ich sonst nicht alles sehen können was ich sehen möchte. Der Abend zieht seine letzte Runde über die Uhr und ich habe mit Wasser und Kaffee trinken schon vor der letzten Bar aufgehört, ich parke mein Auto vor dem Hotel und setze mich an die Bar. Ein Wermut Tonic ist das Erste, was mir in den Sinn kommt, leicht, etwas bitter, spritzig nicht zu stark vom Alkoholgehalt. Nachdem ich zwei Wermut Tonic an der Bar verhaftet habe, kreisen meine Gedanken um das Kraut und ich beschließe es als Blogthema aufzunehmen.
Was ist Wermut an sich denn eigentlich?! Ich möchte zuerst mal das Kraut unter die Lupe nehmen und dann auf die gleichnamige Spirituose eingehen. Das Artemisia Absinthium, eher als Wermutkraut bekannt, ist zwischen 0,5m und 1,5m hoch. Das Kraut hat Öldrüsen und tiefsitzende Blätter, es ist in Mitteleuropa, Eurasien und Nordafrika zu finden. Damals wurde es von Mönchen in Klostergärten kultiviert, Diese waren auch dafür verantwortlich, dass der der Wermut nach Mitteleuropa gekommen ist. Nackte, sehr karge Böden scheut der Wermut nicht und wächst in sehr trockenen Gegenden.
Kommen wir aber nun zu dem interessanten Teil;
Der Wermut besteht in erster Linie aus Wein (Basis), welcher zunächst mit Botanicals (pflanzliche Zutaten) aromatisiert und aufgespritet wird um den Alkoholgehalt anzuheben. Der Wermut muss mindestens 14,5 Volumenprozent haben, darf aber die 21,9 Volumenprozent nicht überschreiten. Da das Wermutkraut viele Bitternoten mit sich bringt und die geschmackliche Dominanz im Wermut prägt, wurde der Aperitif danach benannt. Erfunden wurde das aromatische Getränk von Antonio Benedetto Carpano im Jahr 1786 in Turin. Die Idee war eigentlich den schlecht produzierten Wein trinkbar zu machen, daher wurde dieser mit Kräutern verfeinert. Aber wenn wir in den Geschichtsbüchern ein paar Seiten zurückblättern stellen wir schnell fest, dass die Herstellung ein paar Tausend Jahre auf dem Buckel hat und sich durch die Hälfte der Kontinente zieht.
Um sich heute Wermut auf die Flasche zu plocken muss das Produkt aus mindestens 75% Wein bestehen und mindestens eine Sorte Wermutkraut enthalten. Der Wermut regt mit seinen Bitternoten die Verdauung an und eignet sich daher perfekt als  Aperitif. In Frankreich ist der Wermut eher trocken und straight, während die Italiener eher auf der lieblichen Seite bleiben. Wir unterteilen den Wermut wie folgt auf; Man bezeichnet Wermut als „extra dry“, wenn er weniger als 30g Zucker auf einen Liter und mindestens 15% Vol. Alkohol hat. Bei einem „dry“ dürfen nicht mehr als 50g Zucker auf einen Liter enthalten sein und der Alkoholgehalt muss auf mindestens 16% kommen. Dann gibt es noch „semi dry“, zwischen 50 und 90 g Zucker je Liter, „semi sweet“, zwischen 90 und 130 g Zucker und zu guter Letzt „sweet“, ab 130 g je Liter.
Wermut darf in keiner Bar fehlen und trotzdem gab es noch keinen wirklichen Durchbruch in Deutschland. Ich hoffe ich konnte ein bisschen dazu beitragen, dass Wermut mehr Aufmerksamkeit bekommt. Es ist ein leichter Genuss und man kann sich auch mal Einen mehr gönnen, ohne am nächsten Morgen dafür bestraft zu werden. Mein Tipp für den perfekten Feierabend:

• 5cl La Quintinye Blanc (Basis ist Pineau des Charentes Blanc und 18 verschiedene Pflanzen)

• Mit einem trockenen Tonic auffüllen

• Zitronenzeste abspritzen.

Viel Spaß beim Lesen und Trinken!