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„White Dog / New Make / Moonshiner“

von Max Sabato

 

Hallo liebe Leserinnen und Leser,

 Da ich in den letzten Wochen immer wieder White Dogs probiert habe und fast täglich mit dem Thema in Berührung komme, wird der aktuelle Blog nach meiner kleinen Sommerpause
„White Dog“ heißen.


Story:
Der am meisten schwarz gebrannte Alkohol kommt wohl aus Amerika, dort boomte das Geschäft mit dem White Dog während der Prohibitionszeit. Der Schwarzbrand wurde in dieser Zeit als „Moonshine“ bezeichnet. Als per Gesetz die Herstellung und der Verkauf jeglicher Art von Konsumalkohol verboten wurde, startete die größte Epoche des schwarzbrennen. Es wurde im Schatten der Dunkelheit gebrannt und geschmuggelt was das Zeug hielt, daher auch der Name „Mondschein“. Viele Banden bereicherten sich am Schmuggel und wurden dadurch Welt bekannt. Auch einige Bauern nutzten ihre Rohstoffe zur Alkoholherstellung, meistens wurde Mais genommen, da dieser am günstigsten Produziert werden konnte. Mais „Moonshine“ wurde deswegen am häufigsten zu dieser Zeit gebrannt. Dadurch, dass der Brand direkt an den „Kunden“ verkauft wurde, konnte Zeit und Platz gespart werden, da keine Fässer oder große Zwischenlagerungen von Nöten waren. Als sich dann im 19. Jahrhundert die Fasslagerung durchsetzte und der Whisky gelagert wurde, verkaufte so gut wie Niemand mehr Moonshine.
Herstellung:
Nachdem die vergorene Maische in den abenteuerlichsten „selfmade“ Kesseln destilliert wurde, begann die Abfüllung. Man kann sich vorstellen, dass das Abfüllen in Flaschen sehr auffällig gewesen wäre, deshalb wurde auf Weck und Marmeladengläser zurückgegriffen. Viele Moonshines werden mit diesen Gläsern in Verbindung gebracht und heutzutage wieder darin abgefüllt, dass natürlich eher dem Marketing dient, als erwischt zu werden.
White Dog Heute:
Nach dem viele kleine Destillen ihre Pforten über die letzten Jahre öffneten, wurde White Dog wieder populärer, aber warum ist das so?
Nun, die Produktion ist aufwändig und kostspielig, doch erst nach 3 Jahren Fasslagerung (laut EU Recht) darf der Whisky verkauft werden und sich auch Whisky nennen. Der White Dog, der ein essenzieller Zwischenschritt der Whiskyproduktion ist, kann allerdings direkt in den Verkauf gehen. Der Endkonsument bekommt einen Vorgeschmack auf den folgenden Whisky und die Barkeeper haben etwas zum Experimentieren. Als die Kyrö Distillery Company 2014 ihre Türen öffnete, stand Sie vor genau dieser Etappe. Um ein Start up erfolgreich führen zu können muss ein Produkt auf den Markt damit sich die Kosten tragen. So wurde der bei den Barkeepern durchaus beliebte Kyrö Juuri Rye White Dog ins Leben gerufen.   

Wir werden wohl nie wieder in die Zeit der Moonshiner zurückkehren, aber wir sind auf einem guten Weg, dass diese historische Spirituose eine kleine Renaissance erlebt. Gerade bei den klassischen Drinks ist der White Dog großartig einsetzbar und findet sehr gut Platz. Ich hoffe ich konnte Euch etwas davon überzeugen, dass der „weiße Whisky“ durchaus Potential hat und verabschiede mich mit einem Gläschen Kyrö Juuri.

Try Some
Rye!!!