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Der Ingwer - Botanicals next Step

Unser Thema Heeeuute:

Der Ingwer lat. "Zingiber officinale" gehört botanisch zu den Ingwergewächsen (Zingiberaceae). Witzig, oder? Diese tropische Pflanze ist eines der ältesten Gewürze der Welt und wurde schon im Altertum als Tonikum in Form des Ingwer-Rhizoms (Wurzelknolle) in der Medizin gereicht. Es ist schon seit damals als magenstärkend, appetit- und kreislaufanregend bekannt, hilft gegen Übelkeit, ist antibakteriell und fördert die Durchblutung. Zudem enthält die Knolle ätherische Öle, Harzsäuren und Gingerol, welches die Schärfe gibt. Auch Eisen, Magnesium, Calcium, Kalium, Natrium und Phosphor gibt der Ingwer her.

 

Äußerlich sieht man der kleinen, gut einen Meter hohen, schilfartigen, mit länglichem Laub besetzten Pflanze ihre Kraft nicht sofort an. Ursprünglich war sie in Asien beheimatet. Die Wurzel birgt die für die damaligen Heiler, Schamanen und Ärzte wichtigen Stoffe: das "Gingerol", das ätherische, zitrusartig duftende Öl, und das für die Schärfe verantwortliche "Zingiberen". Seit dem frühen Mittelalter und dem Aufkeimen des Welthandels mit Gewürzen wird es in Europa zum Würzen von Bier (Gingerbeer) oder auch Lebkuchen (Gingerbread) genutzt. Mittlerweile ist Ingwer auch in Nigeria, Indien, Thailand und Indonesien zu finden. Den größten Einfluss auf Aroma und Geschmack hat hier der Zeitpunkt und die Anbauregion. Die jungen Pflanzen sind noch recht mild und werden im Alter von ca. 5-7 Monaten geerntet. Dann aber steigt der Anteil der ätherischen Öle und des Zingiberen enorm an. Nach 7-9 Monaten haben sie ihren Höhepunkt erreicht. Fragt auch beim Verkäufer nach, ob die Pflanzen im Schatten oder in der Sonne standen – Schatten bringt mehr Aroma! Auch frische, nicht getrocknete Knollen, haben 20% mehr aromatische Verbindungen und Öle, also Düfte! Getrocknete sind dagegen viel schärfer, da sich die Öle verflüchtigen. Es gibt mehr als ein Dutzend Sorten mit individuellen Eigenschaften.

Uns ist aber vorrangig der Gebrauch in Kräuter-Likören, Wermut und Magenbitter wichtig: Für die Bar empfehle ich die Herstellung von frischem Ingwer-Sirup per Mazeration und Sous Vide-Verfahren. Hierbei lassen sich fabelhafte, hoch aromatische Bestandteile extrahieren, die dann in zahlreichen Cocktails und auch Mocktails Verwendung finden. Die frischen, scharfen Noten geben bei richtiger Dosierung einem Mule mit Planas oder einem Shandy mit Mantuano den letzten Pfiff. Aber Vorsicht! Achtet auf den richtigen Ingwer, und die richtige Zeit der Verarbeitung. Auch das allseits beliebte Ginger Beer oder Spicey Ginger ist in der Bar nicht mehr weg zu diskutieren.

 

Rezepte

"Rum Mule" mit Planas

 

3 dünne Scheiben frischen, feuchten Ingwer

2 Barlöffel Agavendicksaft oder Honig

Im Kupferbecher muddeln

5 cl Planas

Eiswürfel

Kräftig umrühren und mit Zitronenverbene oder Melisse dekorieren

 

 

 

"Twisted Shandygaff" mit Mantuano

3 cl Mantuano

1 cl Ingwer-Sirup

4 cl Fentimans Ginger Beer

4 cl dry Cider oder Pilsener

im Longdrink- oder Highballglas aufgebaut und ganz leicht aufrühren oder Swizzle- Stick

 

 

Sodele, das sollte erst mal wieder Reichen ihr Lieben.

Bleibt neugierig!

 

Herzlichst grüßt,

euer Peet